Itschnach / Limberg
Externe Schulbeurteilung
Schuleinheit Itschnach/Limberg:
Ergebnisse der externen Schulevaluation im Schuljahr 08/09: Zusammenfassung
Einleitung
Die externe Schulevaluation der Schule Itschnach/Limberg wurde in den Monaten Mai und Juni durch die Fachstelle für Schulbeurteilung der kantonalen Bildungsdirektion durchgeführt. Diese Evaluation stellt ein Element innerhalb des umfassenden Schulqualitätsmanagements dar. Sie hat zum Ziel, der «Innensicht» der Schule eine unabhängige «Aussensicht» von Fachpersonen gegenüberzustellen und damit Hinweise und Anregungen für die weitere Entwicklung zu geben.
Für die Evaluation hat die Fachstelle für Schulbeurteilung Dokumente der Schule studiert, es wurde während drei Tagen im Unterricht und an Sitzungen beobachtet und es wurden Meinungen von den ver-schiedenen an der Schule beteiligten Anspruchsgruppen eingeholt. In schriftlichen Befragungen und Interviews wurden Schulbehördenmitglieder, Lehrpersonen, Hauswarte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern über die Schule befragt. Die grosse Datenmenge wurde anschliessend sorgfältig ausgewertet und die gewonnen Erkenntnisse in einem Bericht zusammenge-fasst.
Gemessen wird die Schule an Qualitätsansprüchen, die auf dem vom Bildungsrat in einer Erprobungs-fassung verabschiedeten «Handbuch Schulqualität» basieren. Die Qualitätsansprüche sind Anspruchs- oder Idealnormen, welche weit über Vorschriften und Mindestnormen hinausgehen. Sie umschreiben Aspekte einer hohen Schulqualität, nach welcher die Schule strebt.
Ergebnisse der Evaluation
Hoch erfreut darf ich feststellen, dass der im Juli erstellte, 83 Seiten umfassende Bericht der Fachstelle für Schulbeurteilung sehr positiv ausgefallen ist. Die Schuleinheit Itschnach/Limberg, die hier herrschen-den Strukturen, die gepflegte Schulkultur und – atmosphäre sowie die geleistete Arbeit werden von der externen Fachstelle nach eingehender Prüfung grossmehrheitlich als gut, teilweise sogar als sehr gut beurteilt. Natürlich bleiben auch bei uns noch einige Möglichkeiten der Verbesserung und der Entwick-lung offen. Schulpflege, Schulleitung, Lehrpersonen und alle weiteren Mitarbeitenden der Schuleinheit freuen sich sehr über diese wirklich erfreuliche Rückmeldung, die uns bestätigt, als lernende Organisa-tion auf gutem Weg zu sein.
Ich zitiere hier nun (jeweils kursiv und in Anführungszeichen) nach den verschiedenen Bereichen geord-net jeweils Kernaussagen aus dem Bericht der Fachstelle und füge teilweise ergänzend ausgewählte und/oder redigierte Erläuterungen aus dem Bericht dazu an.
Bereich «Lebenswelt Schule»
„Die Schule Itschnach - Limberg sorgt durch klassen- und stufenübergreifende Anlässe sowie vertrau-ensfördernde Massnahmen gut dafür, dass sich die Schülerinnen und Schüler wohl und sicher fühlen.“
„Die Schule hat klare Verhaltensregeln, welche auf Wertschätzung und gegenseitigem Respekt aufbau-en. Bei Regelverletzungen reagieren die Lehrpersonen pragmatisch und situativ.“
Die Schülerinnen und Schüler fühlen sich an der Schule sehr wohl (97% der Kinder in der schriftlichen Befragung), grossmehrheitlich von ihren Lehrpersonen ernst genommen, kommen gerne und haben vor niemandem Angst. Die Eltern bestätigten die positiven Aussagen ihrer Kinder. Über 90% der schriftlich befragten Eltern waren der Ansicht, dass sich ihre Kinder an der Schule wohl und sicher fühlen. In den Interviews berichteten diese, dass ihrer Meinung nach an dieser Schule keine Gewalt toleriert wird. Die Schülerinnen und Schüler kennen die geltenden Verhaltensregeln gut, und die Eltern bestätigten dies. Die Lehrpersonen reagieren grundsätzlich auf Regelverletzungen sehr schnell und gut. Die Schule för-dert das Verantwortungsbewusstsein der älteren Schülerinnen und Schüler für die jüngeren und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Identifikation mit der Schule.
Bereich «Lehren und Lernen»
„Die Lehrpersonen strukturieren ihren Unterricht mehrheitlich gut und bereiten ihn sorgfältig vor. Eine ausgeprägte Zieltransparenz fehlt in vielen Lektionen.“
„Die meisten Lehrpersonen gestalten gut differenzierte und individualisierte Unterrichtssequenzen. Sie setzen dafür geeignete Lehr- und Lernformen ein.“
„Den meisten Lehrpersonen gelingt es gut, ein lernförderliches Klassenklima zu schaffen. Alle Lehrper-sonen nutzen den Klassenrat, um die Sozialkompetenzen der Schülerinnen und Schüler aktiv zu stär-ken.“
„Die Schule hat gemeinsame verbindliche Massstäbe für die Beurteilung der überfachlichen Kompeten-zen. Vergleichbare Beurteilungskriterien der fachlichen Kompetenzen fehlen weitgehend.“
Die meisten der besuchten Lektionen wurden von den Experten als „stimmig strukturiert und sorgfältig vorbereitet“ beurteilt, in denen das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler adäquat miteinbezogen wurde und in denen mehrheitlich klare Aufträge erteilt wurden. Mehrere Lektionen wurden als „sehr an-regender Unterricht“ bezeichnet.
Es werden geeignete Lernformen eingesetzt, innerhalb welcher die Lernangebote auch von vielen Lehr-personen differenziert und die Schülerinnen und Schüler individuell gefördert werden. Die Fachstelle anerkennt die Bemühungen um die Individualisierung und hebt bezüglich Lernformen die eingesetzten «Antolin», «Profax Lerncenter», «Matheplan», Wochenpläne, Projektarbeiten und Werkstatt-Unterricht lobend hervor. Dennoch sind die Experten der Meinung, dass die Art und Weise der Individualisierung sowie deren Ausmass da und dort durchaus noch verbessert respektive ausgebaut werden könnten.
Die Fachstelle lobt die vereinbarten, einheitlichen Kriterien für die Beurteilung des Arbeits-, Lern- und Sozialverhaltens sowie die von den Lehrpersonen grossmehrheitlich angewandte, kriterienorientierte Beurteilung von fachlichen Leistungen der Schülerinnen und Schüler. Hingegen kritisieren die externen Fachpersonen das Fehlen von verbindlichen, einheitlichen Kriterien bei der Beurteilung von fachlichen Leistungen und bei deren Kommunikation gegenüber Kindern und deren Eltern.
Bereich «Führung und Management»
„Die Schule wird in allen Belangen kompetent und wirkungsvoll geführt.“
„Die Schul- und Unterrichtsentwicklung wird sorgfältig und zielorientiert geplant. Die Schule evaluiert die jeweiligen Entwicklungsschritte konsequent und umfassend.“
„Die Schule pflegt eine transparente Informationspraxis gegenüber den Eltern und bietet ihnen gute Mit-wirkungsmöglichkeiten an.“
Fokusthema «Schulinterne Zusammenarbeit»
„Die schulinterne Zusammenarbeit in der Schule Itschnach - Limberg ist stark geprägt von den unter-schiedlichen Kulturen der beiden Teilschulen. Die Lehrpersonen engagieren sich gemeinsam für einen lebendigen Schulalltag. Die pädagogische Zusammenarbeit geschieht noch zu wenig institutionalisiert.“
„Die Mitglieder des Schulteams pflegen einen wertschätzenden, respektvollen Umgang und legen Wert auf eine angenehme Schulhausatmosphäre.“
„Alle an der Schule Tätigen werden gut und sehr umfassend informiert.“
„Der Schulalltag ist durch verschiedene Vereinbarungen, Konzepte und interne Papiere klar und verbind-lich geregelt. Arbeits- und Projektgruppen haben keine schriftlichen Aufträge.“
„Die Schule Itschnach - Limberg reflektiert in vorbildlicher Weise Themen der schulinternen Zusammen-arbeit.“
Entwicklungsempfehlungen der Fachstelle für Schulbeurteilung
Aufgrund der im Laufe der Auswertung gezogenen Schlüsse hat sich das Team der Fachstelle für drei Entwicklungsempfehlungen in aus seiner Sicht vordringlich zu bearbeitenden Bereichen entschieden:
➢ Entwicklung einer vergleichbaren, verbindlichen Beurteilungspraxis, welche sich sowohl an überfach-lichen als auch an fachlichen Lernzielen orientiert.
➢ Schwerpunktsetzung in der schuleinheitsinternen Zusammenarbeit vermehrt bei der gemeinsamen Unterrichtsentwicklung und dem pädagogischen Austausch.
➢ Einführung und Verwendung von einfachen Projektpapieren nach den Grundsätzen des Projektma-nagements für die Arbeit von Projekt- und Arbeitsgruppen.
Die Schulleitung und die Lehrpersonen der Schule Itschnach/Limberg nehmen die drei Empfehlungen auf und integrieren die daraus folgenden Massnahmen ins Schulprogramm der nächsten Jahre. Dazu haben sie einen Massnahmenplan (s. Kurzversion in der Beilage) aufgestellt, der von der Schulpflege genehmigt und der Fachstelle für Schulbeurteilung vorgelegt wurde. Diese wird die Erreichung der ge-nannten Ziele bei der nächsten externen Evaluation in vier Jahren überprüfen.
Abschluss
Die Expertinnen und der Experte der Fachstelle für Schulbeurteilung, Frau M. Sittaro, Frau B. Schafitz und Herr M. Pregnard, haben aus Sicht der seitens der Schule beteiligten Personen die Evaluation in überzeugender Art und Weise durchgeführt und äusserst wertschätzend darüber mündlich und schliess-lich schriftlich berichtet. Dafür sei ihnen auch an dieser Stelle nochmals bestens gedankt.
Ebenfalls bedanken möchte ich mich ganz herzlich bei allen Eltern, Kindern, Hauswarten, Lehrpersonen und Schulpflegemitgliedern für den für die Datenerhebung geleisteten Aufwand und natürlich auch für die nicht unkritische, offensichtlich wohlwollende und wertschätzende Beteiligung an der Evaluation un-serer Schule.
Schule Itschnach/Limberg
Der Schulleiter
Heinz Blassnig
P.S. Der vollständige Bericht der Fachstelle für Schulbeurteilung und eine detailliertere Version des Massnahmenplanes können von interessierten Eltern nach Voranmeldung auf dem Schulsekreta-riat eingesehen werden.